SimCity (2013) Hands-On - Bericht

Nach langem Warten konnten wir endlich den neuen Teil der SimCity Reihe in einer fast fertigen Version bei EA in Köln testen und anspielen. So haben wir gut eineinhalb Monate vor dem Release die GlassBox Engine auf Herz und Nieren getestet sowie die neuen Online-Features erforscht. Was wir dabei erlebt haben, was uns dabei aufgefallen ist und wie der Gesamteindruck war haben wir dir hier in diesem kleinen Bericht zusammengefasst.

Falls du mehr Infos zum Spiel möchtest, schau doch mal bei unserer Infoseite mit aktuell über 160 Screenshots sowie allen Videos vorbei oder lese dir unsere Preview von der letztjährigen GamesCom durch, in der wir bereits einige Themen behandelt haben.

Die vernetzte Region

Eines der wichtigsten neuen Features des SimCity ist wohl der Multiplayer Modus. Zum ersten mal können in einer Region mehrere Spieler gleichzeitig spielen und miteinander Handel treiben. Dieser Handel umfasst aber nicht nur Strom oder Wasser, sondern auch Abbau-Güter wie Kohle oder Erz, aber auch Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei. Durch die Vernetzung machen jedoch auch die Luft- und Wasserverschmutzung sowie Kriminalität keinen Halt vor den Toren der Nachbarstädte. Hier ist also eine perfekte Koordination sowie treue Freunde gefragt.

Durch die Vernetzung können sich die verschiedenen Städte auf jeweils eine andere Spezialisierung konzentrieren, ohne alles auf einmal zu bauen. Doch Achtung: Natürlich ist nicht alles kostenlos, sondern richtet sich nach dem aktuellen Preis auf dem Sim-Weltmarkt, den man über SimCity World, der Online-Plattform im Spiel einsehen kann.

Als kleine Teamarbeit stehen zu dem je nach Region, von denen es in der Beta 5 Stück (eine Kleine und vier mittlere) gibt, Großprojekte zur Verfügung, welche für jeweils 1.000.000 Simoleons freigeschaltet werden können. Wurde dieser Betrag bezahlt, geht die Konstruktion los, zu der jede Stadt ihren Beitrag leisten muss. So brauchen diese u.a. Arbeiter und Rohstoffe um fortschritte zu generieren. Zur Verfügung stehen dabei eine Solarfarm, ein internationaler Airport, ein Space Center sowie die gute alte Arcology aus SimCity 2000.

Die guten alten SimCity Katastrophen

Die SimCity-Katastrophen, wer kennt sie nicht. Seit dem ersten SimCity sind sie ein fester Bestandteil der Simulation und erleben im neuen Teil ein optisches Comeback. Neben den bereits angekündigten Katastrophen, wie dem bekannten Meteoriten-Einschlag, welcher natürlich Einschlagsspuren (jedoch keine Krater) sowie Feuer und Schaden hinterlässt, dem Erdbeben, bei dem die gesamte Stadt bebt und im Epizentrum zerstört wird, der Alien-Angriff, bei dem Sims entführt und Häuser mit dem Laser zerstört werden, sowie dem Tornado, gibt es auch wieder den Angriff von einer Art Godzilla, welcher bisher noch nicht bekannt war. Wie bereits im SimCity 4 stampft dieser durch die Stadt und macht diverse Gebäude und Bauten platt.

Sind die Gebäude erst mal zerstört, müssen diese von Hand abgerissen werden um Platz für neue Bauwerke zu schaffen. Ein kleiner Zähler in der rechten unteren Ecke hilft dir dabei zu erkennen, wie viele aktuell kaputt sind und wie viele leer stehen. Durch ein Icon über dem Gebäude kann dann noch schneller erkannt werden, wo der Bagger angesetzt werden muss. Sobald der Platz wieder frei ist, entstehen neue Gebäude. Übrigens: Gebäude die Brennen, kannst du natürlich nicht abreisen. Sie müssen erst gelöscht werden.

Straßen und Transportmöglichkeiten

Die wichtigste Frage bei der Städteplanung ist sicherlich die Einrichtung der Infrastruktur in der Stadt. Im neuen SimCity stehen hierfür diverse Straßen-Typen zur Verfüung, die von der Lnadstraße bis zur groß ausgebauten Allee mit Straßenbahngleisen reichen. Das neue daran ist, dass diese Straßen auch gleich für die Besiedlungsdichte für die angrenzenden Bebauungsgebiete zuständig sind. Wie bereits bei SimCity 4 kannst du also drei verschiedene Besiedlungsdichten auswählen.

Ein neues Feature dieser Straßen ist, dass diese mit einem Klick auf die nächst höhere Stufe gesteigert werden können, z.B. für den Fall, dass die angrenzenden Häuser expandieren möchten oder sich der Verkehr bis zum Gehtnichtmehr staut. Leider muss hierbei jeder Straßenabschnitt einzeln ausgewählt werden, eine Mehrfachauswahl ist nicht möglich. Bei großen Städten etwas nervig, aber kein Weltuntergang.

Auch Busse können wieder auf die Sims los gelassen werden. Neben dem normalen Bus-System, welches durch ein Bus-Depot und diverse Haltestellen gebaut werden kann, wird es auch extra Haltestellen für Schulbusse geben, welche durch das Platzieren die umliegenden Häuse an Zufriedenheit und Wert steigern lässt-

Wie bereits angesprochen gibt es auch Straßen, in denen die Bahn fahren kann. Diese Straßenbahn kann zusätzlich mit einzelnen Schienen von der Straße entfernt fahren und ist somit nicht auf die Straße angewiesen. Ein Depot zum Zwischenparken der Wägen ist jedoch notwendig.

Zuguterletzt gibt es noch den guten alten Zug, welcher weniger für den Transport in der Stadt, sondern eher für zwischen Städten also innerhalb der Region gedacht ist. Hierfür stehen neben Schienen auch ein Personenbahnhof zur Verfügung. Einen Güterbahnhof haben wir nicht entdeckt bzw. einfach übersehen.

Spezialisierung der Städte

Wie bereits in unserer Preview berichtet, können die Städte im neuen SimCity erstmals je nach Wunsch des Spielers eine oder mehrere Richtungen der Spezialisierungen einschlagen und sich so von anderen Städten abheben sowie gewisse Aspekte der Stadt ankurbeln.

Eine der saubersten Möglichkeiten stellt hier definitiv das Glücksspiel dar: Durch das Platzieren von Kasinos werden Touristen angelockt, welche Geld ausgeben und in den im Gewerbegebiet gebauten Hotels untergebracht werden müssen. Der negative Punkt ist jedoch, dass Glücksspiel natürlich auch Kriminalität mit sich bringt und u.a. durch Graffiti oder Überfällt erkenntlich wird.

Andere Spezialisierungen wie der Abbau von Kohle oder Erz sowie das Pumpen von Öl sind, falls es die aktuelle Stadt auch zulässt und nicht alles unter der Erde leer ist, natürlich nicht die optimale Wahl für eine saubere Stadt.

Anders ist es wiederum bei der Kultur: Konzentriert man sich nur auf diesen Zweig und baut diverse Sehenswürdigkeiten wie das Stadion, das Empire State Building oder den Kölner Dom (Ja, auch dieser wird im Spiel vorkommen) zieht man ähnlich wie beim Kasino viele Touristen an, welche hier jedoch nicht so viel Geld ausgeben.

Schlusswort

In den paar Stunden in denen wir das Spiel anspielen konnten, empfanden wir es definitiv für eine würdige Fortsetzung der SimCity-Reihe. Auch wenn einige Bugs zwischendurch aufgefallen sind (aber hey, es ist ja noch nicht fertig), fühlte es sich wie ein SimCity an und hat sich auch so verhalten. Die neuen Daten-Layer sowie die Simulation selbst sind sehr detailliert, aber auch teilweise unberechenbar.

Ein Punkt, der uns negativ aufgefallen ist, ist das Platzieren von Straßen: Upgrades von Straßen hat nicht immer funktioniert, was zu Folge hatte, dass manche Straßen abgerissen und neu aufgebaut werden mussten. Beim Platzieren kam es oft zu Problemen, so dass auf einmal die Erde ohne Grund abgesenkt wurde oder die Straße nur ganz merkwürdig an bestehende Straßen angeschlossen werden konnten. Auch Übergänge von verschiedenen Typen waren optisch nicht immer perfekt.

Nichtsdestotrotz ist das Spiel gelungen, denn alles was und aufgefallen ist, sollte sich durch ein oder zwei Patches beheben lassen. Freuen wir uns also auf den neuen SimCity Teil, den Multiplayer-Modus sowie den 7. März 2013. Vielen Dank an EA für die Einladung zu dem Event und Kip Katsarelis für die Präsentation!

- Michael Böllet für SimExchange